Pressemitteilung vom 23.07.2013

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Grafinger Biogasbetreiber richten Blick nach vorn
Monatliche Produktionsmenge wird veröffentlicht

Grafing – Die Grafinger Biogasanlage, seit rund drei Jahren in Betrieb, gilt als regionales Vorzeigeprojekt im Rahmen der Energiewende. Bei einer Routineprüfung des Landratsamts Ebersberg wurde festgestellt, dass die Bioenergie Grafing AG im Jahr 2012 mehr als die ursprünglich genehmigten 2,3 Millionen Kubikmeter Gas erzeugte. Diese Produktionsüberschreitung führte nun zu einem Bescheid in Höhe von 40.000 Euro. Das Landratsamt begründete die Ordnungswidrigkeit unter anderem damit, dass ab 1. Juni 2012 die Anlage der immissionsschutzrechtlichen Genehmigungspflicht unterliegt und deshalb die Mehrproduktion hätte angezeigt werden müssen. Die Betreiber räumen Fehler ein; richten den Blick nun aber nach vorn und versprechen für die Zukunft mehr Transparenz. Die aktuell produzierten Gasmengen können hier eingesehen werden.

Die Biogasanlage steht am Ortsrand von Grafing auf dem landwirtschaftlichen Grund von Johann Zellner. Betrieben wird sie von der Bioenergie Grafing AG, die von den Unternehmern Martin Rothmoser und Martin Lechner sowie dem Landwirt Johann Zellner gegründet und geführt wird. Im Jahr 2010 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Der Bayerische Umweltminister Marcel Huber lobte das Projekt bei einem Besuch als „beispielhaft“. Der Grund: Die meisten
Biogasanlagen dieser Art erzeugen nur elektrische Energie. Die Grafinger Anlage ist bereits einen entscheidenden Schritt weiter – die bei der Produktion von Strom entstehende Abwärme findet auf effiziente Weise Verwendung. Sie wird in das Fernwärmenetz eingespeist und versorgt Stadthalle, Gymnasium, Grundschule, Freibad sowie viele Wohnungen und Geschäftshäuser im Ort.
Von Anfang an gab es von Seiten des an die landwirtschaftlichen Flächen angrenzenden Wohngebietes Bedenken gegen die moderne Strom- und Wärmeversorgung. Anwohner sehen vor allem im Geruch der Silage sowie Bioenergie Grafing AG durch die Anlieferung der Einsatzstoffe wie Mais, Gras und Gülle eine Belastung.

Mit einem geplanten Antrag auf Änderung der Privilegierung in ein Sondergebiet wollten die Betreiber den wirtschaftlichen Betrieb der Anlage
durch eine Produktionserhöhung langfristig sicherstellen. Diese Erhöhung ist nach Aussage der Betreiber ohne zusätzliche bauliche Maßnahmen am bestehenden Standort möglich.

Der Betreiber des Grafinger Nahwärmenetzes, Martin Rothmoser, führt als Grund für die Überschreitung vor allem den langen und kalten Winter an – den dadurch gestiegenen Grafinger Wärmebedarf habe man anstatt mit fossilen Energieträgern mit Biogas decken wollen. Dass die jährlich erlaubten 2,3 Millionen Kubikmeter Biogas in den Monaten November und Dezember 2012 dabei deutlich überschritten wurden, sei in der Höhe nicht vorauszusehen gewesen. „Zur Verunsicherung habe auch beigetragen, dass erst im Herbst 2012 geklärt werden konnte wie die erzeugten Mengen Biogas in Normkubikmeter Gas ungerechnet werden müssen“, betont Martin Lechner.
Tatsache ist, ohne Biomasse wird der Umstieg auf regenerative und klimaschonende Energien vor allen in Industrieländern wie Deutschland nicht gelingen. Darum steht für Rothmoser fest: „Wir werden nun alles tun, um die Grafinger Bürger von den Vorteilen dieser Art der Energiegewinnung zu überzeugen.“ Ein erster Schritt dazu ist, dass ab sofort auf der Internetseite des Unternehmens der aktuelle Stand der Gasproduktion verfolgt werden kann. Die Produktionsmengen werden monatlich veröffentlicht. Außerdem soll die Geruchsbelästigung weiter reduziert werden, zum Beispiel durch das Einsprühen der Schnittflächen an der Silage. „Das ist Neuland. Aber das könnte den Geruch tatsächlich spürbar verringern“, erklärt Rothmoser. In einem weiteren Schritt will der Vorstand an einem Mediationsverfahren mit den Nachbarn vom Schönblick teilnehmen.

Zum Unternehmen: Die Bioenergie Grafing AG betreibt seit 2010 eine Biogasanlage am Ortsrand von Grafing. Die Anlage bildet zusammen mit dem Nahwärmenetz eine umweltfreundliche und hochmoderne Strom- und Wärmeversorgung. Zahlreiche Grafinger Gebäude sind bereits an das Nahwärmenetz angeschlossen wie zum Beispiel Stadthalle, Gymnasium, Grundschule, Freibad
viele Wohnungen und Geschäftshäuser. Ziel ist es, das Grafinger Nahwärmenetz weiter auszubauen und preisgünstige Wärme aus erneuerbaren Energien für Grafinger Bürger zu erzeugen. Vorstände der Gesellschaft sind Martin Rothmoser, Johann Zellner und Martin Lechner. Der Geschäftssitz ist ebenfalls Grafing.
Weitere Informationen:
Bioenergie Grafing AG, Am Urtelbach 4
85567 Grafing b. München, Tel. 08092/7004-0
Presse: Martin Rothmoser
E-Mail: martin.rothmoser@rothmoser.de
Dieterle + Partner, Kommunikationsmanagement
Dagmar Dieterle, An der Burgermühle 4
83022 Rosenheim, Tel. 0 80 31/88 737 99
E-Mail: bioenergie@presseservice.net, Juli 2013